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Biopiraterie

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Buch: Grüne Beute
Grüne Beute: Biopiraterie und Widerstand. Das Buch zur Kampagne aus dem Trotzdem Verlag

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Argan - Ein Baum auf dem Weg ins Patentamt?

Der Argan-Baum, der nur in Marokko wächst, ist eine nützliche Pflanze. Er liefert nicht nur Brennholz.Sein Öl wird traditionell für die Behandlung vieler Hautkrankheiten benutzt. Die heilenden Eigenschaften des Argan-Baums hat man inzwischen auch in anderen Ecken der Welt entdeckt. Das Internet-Magazin „gesundheit.de“ preist Argan-Öl als das „exklusivste Öl der Welt.“ Mit solch „exklusiven“ Produkten lässt sich kräftig Geld verdienen. Das internationale Spezialchemie-Unternehmen Cognis hat in den USA und in Europa mehrere Patente auf Extrakte aus dem Argan-Baum angemeldet. Auf ein spezielles Extrakt als Mittel gegen Akne und weitere Extrakte aus dem Fruchtfleisch im allgemeinen.

Hier entwickelt sich ein klassischer Fall von Biopiraterie: ein Unternehmen eignet sich genetische Ressourcen etwa von Pflanzen und ihren Bestandteilen mit Hilfe geistiger Eigentumsrechte an. Diese Rechte erlauben dem Inhaber oder der Inhaberin, die geschützte „Sache“, eine kreative Leistung oder Erfindung, für eine bestimmte Zeit alleine zu nutzen oder zu produzieren. Anderen Unternehmen kann der Rechteinhaber die Nutzung gegen die Zahlung von Lizenzgebühren gestatten. Eine besonders wichtige Art geistiger Eigentumsrechte sind Patente, die Erfindungen „schützen.“ Dabei werden Patente oft für „Erfindungen“ beantragt und teilweise auch erteilt, die gar keine sind: Das Agran-Öl und seine Eigenschaften hat nicht Cognis erfunden, sondern Menschen in Marokko haben sie entdeckt.

Der Fall des Argan-Baumes ist leider keine Ausnahme: Die biologische Vielfalt ist in den so genannten Entwicklungsländern am größten; dort hat sich häufig ein Wissen darum gehalten, wie bestimmte Pflanzen zum Beispiel zu Heilzwecken genutzt werden können. Die Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die Patent-Interessen an entsprechenden Pflanzen und dem dazugehörigen Wissen haben, sitzen dagegen zum größten Teil in den Industrieländern und streichen die Gewinne ein.

Der Begriff der „Piraterie“ weist darauf hin, dass hier geklaut wird. Die Menschen, die bestimmte Nutzpflanzen gezüchtet haben, oder die wissen, wie bestimmte Heilpflanzen genutzt werden, werden oft nicht um ihre Zustimmung zur Nutzung gefragt und erhalten noch seltener einen Anteil aus den Gewinnen. In Bezug auf den Argan-Baum fanden die Autoren einer Studie des amerikanischen Edmonds-Institutes keinerlei Hinweise auf eine Entschädigungs-Vereinbarung. Cognis preist dagegen in einer Presseklärung seine „nachhaltigen“ Anbauprojekte für den Argan-Baum in Marokko.

Cognis hat nicht nur Patente auf Argan-Produkte beantragt, sondern auch auf bestimmte Verwendungen der afrikanischen Bambara-Erdnuss. Für arme Leute, sind die Produkte von Cognis & Co nicht gemacht und ohnehin viel zu teuer. Weil das unfair ist, ist es nötig, dass immer mehr Menschen gegen Biopiraterie aktiv werden.

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